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Unser Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2026

Friesland gehört den Menschen, die hier leben. Entdeckt unser Wahlprogramm für die Kommunalwahlen 2026 und lest, wie wir unseren Landkreis für alle Generationen stark und lebenswert gestalten wollen!

Friesland gehört den Menschen, die hier leben.

Unser Leben findet hier vor Ort statt: in unseren Dörfern und Städten, auf dem Weg zur Arbeit, in Schulen und Kitas, in Arztpraxen, Krankenhäusern, Vereinen und Nachbarschaften. Genau hier entscheidet sich, ob unser Landkreis lebenswert ist oder ob Menschen das Gefühl bekommen, vergessen und abgehängt zu werden.

Viele Menschen im Landkreis Friesland merken, dass das Leben immer schwerer wird. Wohnungen werden teurer, Haus- und Fachärzte fehlen, Busse fahren zu selten und immer mehr Menschen sorgen sich um die Zukunft unserer Krankenhäuser. Gleichzeitig entstehen Wind- und Solarparks sowie neue LNG-Pipelines und man spricht von großen Investitionen, aber viele fragen sich: Was kommt dabei eigentlich bei uns an?

Wir sagen klar: Friesland darf nicht einfach nur funktionieren, es muss für die Menschen lebenswert bleiben.

Wir wollen einen Landkreis,

  • in dem Menschen gut und gerne wohnen,
  • in dem für ältere Menschen alles erreichbar ist und bleibt,
  • in dem Dörfer lebendig bleiben,
  • in dem Jugendliche Perspektiven haben,
  • und in dem niemand Angst haben muss, wegen Krankheit, Pflege oder steigender Kosten alleine gelassen zu werden. 

Besonders deutlich wird das bei unseren Krankenhäusern. Die geplante Klinikfusion mit Wilhelmshaven darf nicht dazu führen, dass Friesland medizinisch ausgedünnt wird. Wir stehen für den Erhalt aller drei Klinikstandorte und insbesondere für den dauerhaften Erhalt des Kreißsaals in Varel. Geburtshilfe, Notfallversorgung und medizinische Angebote müssen erreichbar bleiben, gerade hier im ländlichen Raum.

Auch beim Wohnen erleben viele Menschen, dass Ferienwohnungen und steigende Preise den Alltag verändern. Friesland darf nicht zu einem Landkreis werden, in dem Einheimische sich das Leben vor Ort irgendwann nicht mehr leisten können. Wohnraum ist ein Grundbedürfnis, er gehört zum sozialen Zusammenhalt. 

Gleichzeitig leisten die Menschen in Friesland längst einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Windkraftanlagen prägen viele Regionen unseres Landkreises und in letzter Zeit kommen auch Solarparks hinzu. Deshalb ist für uns klar: Wenn vor Ort Energie erzeugt wird, dann müssen auch die Menschen vor Ort davon profitieren, durch Investitionen in Busverkehr, Kitas, Vereine und kommunale Infrastruktur.

Wir erleben aber auch etwas anderes: Viele Menschen fühlen sich von der Politik nicht mehr ernst genommen. Wenn Angebote gestrichen werden, Arztpraxen schließen oder junge Menschen wegziehen müssen, entsteht Frust. Diesen Frust nutzen rechte Kräfte aus, indem sie Menschen gegeneinander ausspielen, die viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben. Wir machen das nicht mit. Die Probleme in Friesland entstehen nicht durch die einfachen Bürger vor Ort, sondern durch politische Entscheidungen, die öffentliche Daseinsvorsorge kaputtgespart haben.

Deshalb setzen wir auf Zusammenhalt statt Spaltung.

Eine starke Kommune entsteht nicht von allein. Sie entsteht dort, wo Menschen sich einmischen, gemeinsam Lösungen entwickeln und Politik nicht nur die Bürger als Arbeitnehmer und Steuerzahler verwaltet, sondern aktiv von ihnen gestaltet wird. Kommunalpolitik darf kein Zuschauersport sein. Wir wollen zuhören, Probleme konkret anpacken und gemeinsam mit den Menschen vor Ort Politik machen und das (Zusammen)Leben gestalten.

Denn Friesland gehört nicht Konzernen, Investoren oder Sparkommissaren.

Friesland gehört den Menschen, die hier leben.

 

Unser Wahlprogramm für die Kommunalwahlen 2026

1. Wohnraum für alle.

Wohnraum darf in Friesland nicht zum Luxus werden. Auch bei uns wird Wohnraum knapper und teurer. Gerade in den Küstenorten verdrängen Ferienwohnungen, steigende Grundstückspreise und renditeorientierte Investitionen zunehmend junge Familien, Auszubildende, Alleinerziehende und Menschen mit kleiner Rente.

Wohnraum ist ein menschliches Grundbedürfnis, wird aber zunehmend den Regeln des Marktes und der Rendite unterworfen. Wer hier lebt und arbeitet, muss sich auch eine Wohnung leisten können. Deshalb wollen wir den öffentlichen, kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbau stärken, Leerstand reduzieren und den Einfluss reiner Profitinteressen auf dem Wohnungsmarkt zurückdrängen.

Friesland muss ein Landkreis bleiben, in dem Menschen dauerhaft leben können – nicht nur Urlaub machen oder Rendite erzielen.

 

Wir wollen:

  • die Umwandlung von dauerhaftem Wohnraum in Ferienwohnungen dort begrenzen, wo Wohnraummangel besteht
  • gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Wohnungsgenossenschaften mindestens 200 zusätzliche kommunale oder genossenschaftliche Wohnungen bis 2031 schaffen
  • den Bestand an kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungen im Landkreis deutlich ausbauen
  • gemeinsam ein kreisweites Wohnraumkonzept entwickeln
  • Leerstände systematisch erfassen und Konzepte zur Wiederbelebung leerstehender Gebäude entwickeln
  • bezahlbare Mietwohnungen schaffen und dauerhaft sichern
  • jungen Menschen, Auszubildenden und Familien besseren Zugang zu bezahlbarem Wohnraum ermöglichen
  • kommunale Grundstücke bevorzugt für bezahlbaren Wohnraum nutzen

 

2. Ärzteversorgung retten.

Viele Menschen merken bereits heute, wie schwierig es geworden ist, zeitnah Arzttermine zu bekommen oder überhaupt noch einen Hausarzt vor Ort zu finden. Besonders kleinere Orte drohen medizinisch abgehängt zu werden. Dabei darf Gesundheit nicht davon abhängen, ob sich ein Standort wirtschaftlich rechnet. Auch kleinere Orte haben Anspruch auf eine gute medizinische Versorgung. Wir setzen uns deshalb für bessere Bedingungen für Landärzte und mobile Versorgungsangebote ein. Telemedizin und Kooperationen mit Pflegeeinrichtungen können ebenfalls helfen, die Versorgung im gesamten Landkreis dauerhaft zu sichern, sofern sie barrierefrei sind.

Wer krank wird, braucht Hilfe und keine langen Wege. Deshalb darf die medizinische Versorgung im ländlichen Raum nicht dem Markt überlassen werden.

 

 Wir wollen:

  • ein kreisweites Programm zur Gewinnung und Bindung von Hausärzten auflegen
  • Für alle Menschen im Landkreis soll ein hausärztliches Angebot erreichbar bleiben
  • mobile medizinische Angebote und aufsuchende Gesundheitsversorgung insbesondere in kleineren Ortschaften fördern
  • gemeinsam mit den zuständigen Akteuren auf eine bessere Facharztversorgung im Landkreis hinwirken
  • Medizinische Versorgungszentren (MVZ) im Landkreis ausbauen und unterstützen
  • Kooperationen zwischen Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern stärken
  • den Sozialpsychiatrischen Dienst des Landkreises personell und fachlich stärken
  • den Aufbau zweier gemeindepsychiatrischen Zentren in Varel und Jever mit dezentralen Anlaufstellen und Krisenhilfe vorantreiben
  • psychiatrische und psychotherapeutische Angebote für Kinder und Jugendliche stärken und besser mit der Jugendhilfe vernetzen
  • gemeinsam mit Städten und Gemeinden die Ansiedlung psychiatrischer und psychotherapeutischer Fachkräfte unterstützen
  • gegenüber Land und Kassenärztlicher Vereinigung auf eine bedarfsgerechte psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung Frieslands drängen
  • die Erreichbarkeit psychiatrischer und psychotherapeutischer Angebote ohne eigenes Auto verbessern
  • Selbsthilfe, Angehörigenberatung und niedrigschwellige psychosoziale Angebote stärken
  • Gesundheitsversorgung ENDLICH WIEDER als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge behandeln

 

3. Unsere Krankenhäuser erhalten – erreichbar und menschlich.

Krankenhäuser sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Ihr Auftrag ist die Versorgung der Menschen und nicht die Erwirtschaftung von Überschüssen. Dennoch geraten medizinische Angebote zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Die geplante Klinikfusion mit Wilhelmshaven darf nicht dazu führen, dass Friesland medizinisch ausgedünnt wird. Geburtshilfe, Notfallversorgung und weitere medizinische Leistungen müssen für alle erreichbar bleiben. Kooperationen können sinnvoll sein, dürfen aber nicht zum Vorwand werden, Leistungen schrittweise aus dem Landkreis abzuziehen.

Entscheidungen über die Zukunft unserer Krankenhäuser müssen transparent getroffen und gemeinsam mit Beschäftigten, Patienten sowie den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt werden.

Medizinische Versorgung darf sich nicht danach richten, welche Abteilung Gewinn bringt, sondern danach, was die Menschen vor Ort benötigen.

 

Wir wollen:

  • Alle drei Klinikstandorte erhalten
  • Gute Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte, Hebammen und alle Beschäftigten im Gesundheitswesen unterstützen
  • den Kreißsaal in Varel dauerhaft sichern
  • Geburtshilfe und Frauenklinik dauerhaft absichern
  • eine für alle Menschen rechtzeitig erreichbare Notfallversorgung im Landkreis gewährleisten
  • Transparenz bei allen Fusionsentscheidungen herstellen
  • Beschäftigte, Patientenvertretungen und Bürger frühzeitig in Planungen einbeziehen
  • Öffentliche Gesundheitsversorgung stärken, statt sie allein nach „Wirtschaftlichkeitskriterien“ auszurichten

 

4. Busse auch abends und am Wochenende.

Mobilität ist Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Sie entscheidet darüber, ob Menschen zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt, zum Sportverein oder zu Freunden gelangen. Dennoch wird öffentlicher Nahverkehr häufig danach ausgebaut, ob sich eine Verbindung wirtschaftlich rechnet. Gerade im ländlichen Raum führt das zu langen Wartezeiten, fehlenden Abendverbindungen oder Ortschaften ohne ausreichende Anbindung. Wir wollen einen öffentlichen Nahverkehr, der sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Deshalb setzen wir uns für einen Ausbau des Rufbus-Systems, bessere Taktungen und eine stärkere Anbindung der Dörfer an die Städte ein. Mobilität darf nicht vom Besitz eines Autos oder der Höhe des Einkommens abhängen.

 

Wir wollen:

  • das Rufbus-System im gesamten Landkreis weiter ausbauen
  • die Busverbindungen zwischen Dörfern und den Städten deutlich verbessern, dazu gehört eine engere Taktung genau so wie neue gefragte Verbindungen
  • regelmäßige Busverbindungen auch in den Abendstunden sowie an Wochenenden und Feiertagen schaffen
  • bezahlbare Fahrpreise für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit geringem Einkommen fördern
  • sichere Heimwege nach Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen ermöglichen
  • Bus- und Bahnverbindungen besser aufeinander abstimmen
  • den öffentlichen Nahverkehr als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge stärken statt ihn allein nach Wirtschaftlichkeitskriterien auszurichten

 

 

5. Pflege nah am Menschen sichern.

Eine gute Pflege gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Mit dem Älterwerden der Bevölkerung wächst auch in Friesland der Bedarf an Unterstützung im Alltag. Gleichzeitig geraten Pflegeeinrichtungen, Beschäftigte und pflegende Angehörige zunehmend unter finanziellen Druck. Gute Pflege braucht Zeit, ausreichend Personal und Angebote, statt immer neue Sparmaßnahmen. 

Wir wollen, dass Menschen auch im Alter möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben können. Deshalb setzen wir uns für den Ausbau ambulanter Pflege, leicht erreichbare Tagespflege und barrierefreien Wohnraums ein. Gleichzeitig wollen wir pflegende Angehörige stärker unterstützen und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im Pflegebereich verbessern.

 

Wir wollen:

  • die ambulante Pflege im gesamten Landkreis stärken
  • Tages- und Kurzzeitpflegeangebote bedarfsgerecht ausbauen
  • pflegende Angehörige durch Beratung, Entlastungsangebote und bessere Unterstützung stärken
  • den Ausbau barrierefreier und altersgerechter Wohnungen fördern
  • Pflegestützpunkte und für Interessierte erreichbare Beratungsangebote weiterentwickeln
  • gute Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte unterstützen – dazu gehört ein guter Lohn genau so wie Entlastung durch mehr Personal insgesamt
  • Pflege als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge stärken und nicht zu einem weiteren Renditeobjekt erklären

 

6. Inklusion und Teilhabe für alle.

Alle Menschen sollen selbstbestimmt und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Noch immer stoßen Menschen mit Behinderungen dabei auf zahlreiche Barrieren und zwar im öffentlichen Raum, im Verkehr, bei der Wohnungssuche, in Verwaltung und Behörden, bei Freizeitangeboten und bei der politischen Beteiligung. Inklusion bedeutet für uns deshalb mehr als einzelne Hilfsangebote. Nicht Menschen müssen sich an unzugängliche Strukturen anpassen, sondern öffentliche Einrichtungen und Angebote müssen so gestaltet sein, dass alle Menschen sie nutzen können. Barrierefreiheit ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern Voraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe. Besonders wichtig ist uns, dass Menschen mit Behinderungen selbst über die Gestaltung ihrer Lebensbedingungen mitentscheiden können. Kommunale Politik darf nicht nur über Menschen sprechen, sondern muss sie an Entscheidungen beteiligen.

 

Wir wollen:

  • öffentliche Gebäude, Plätze, Wege und Einrichtungen konsequent barrierefrei gestalten
  • den öffentlichen Nahverkehr und die Haltestellen barrierefrei weiterentwickeln
  • Beratungs- und Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen stärken
  • die Eingliederungshilfe bedarfsgerecht weiterentwickeln und Selbstbestimmung stärken
  • inklusive Sport-, Kultur- und Freizeitangebote fördern
  • kommunale Informationen und Verwaltungsangebote barrierefrei (z.B. in Leichter Sprache) zugänglich machen
  • digitale Angebote der Kommunen barrierefrei gestalten
  • Menschen mit Behinderungen verbindlich an kommunalen Planungen und politischen Entscheidungen beteiligen
  • Inklusion und Barrierefreiheit als verbindliche Aufgabe in allen Bereichen kommunaler Politik verankern

 

 

7. Energiewende gerecht gestalten – Wertschöpfung in Friesland halten.

Friesland leistet bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Windkraftanlagen und Solarparks prägen vielerorts das Bild unseres Landkreises. Doch viele Menschen fragen sich zu Recht, warum ihre Region immer mehr Energie erzeugt, während gleichzeitig die Lebenshaltungskosten steigen und die wirtschaftlichen Vorteile oft nicht vor Ort ankommen.

Energieversorgung ist ein grundlegender Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge und darf nicht allein nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung organisiert werden. Die Energiewende kann nur erfolgreich sein, wenn sie sozial gerecht gestaltet wird. Wer die Belastungen trägt, muss auch an ihren Vorteilen beteiligt werden.

Wir wollen die kommunalen Möglichkeiten nutzen, um Energiekosten sozial abzufedern, die regionale Wertschöpfung zu stärken und die Menschen vor Ort stärker an den Erträgen erneuerbarer Energien zu beteiligen. Einnahmen aus Wind- und Solarenergie sollen den Städten und Gemeinden zugutekommen und dort eingesetzt werden, wo sie allen Menschen nutzen: in Kitas, Schulen, Busverkehr, Vereinen, sozialen Einrichtungen und einer leistungsfähigen kommunalen Infrastruktur.

 

Wir wollen:

  • die kommunale Wärmeplanung sozial und bezahlbar gestalten
  • unabhängige Energie- und Schuldnerberatungen stärken
  • Menschen mit geringem Einkommen bei steigenden Energiekosten besser unterstützen
  • darauf hinwirken, dass Einnahmen aus Wind- und Solarenergie stärker den Städten und Gemeinden sowie ihren Einwohnerinnen und Einwohnern zugutekommen
  • kommunale Beteiligungen sowie Bürgerenergie- und Energiegenossenschaften bei neuen Wind- und Solarprojekten fördern
  • sicherstellen, dass neue Energieprojekte auch finanzielle Vorteile für die Menschen vor Ort schaffen
  • prüfen, wie Anwohnerinnen und Anwohner stärker von der Energieerzeugung vor Ort profitieren können
  • die Energiewende so gestalten, dass sie den Menschen vor Ort dient und nicht allein großen Energieunternehmen

 

 

8. Dörfer lebendig halten.

Lebendige Dörfer brauchen mehr als Wohnhäuser. Sie brauchen Einkaufsmöglichkeiten, Treffpunkte, Kultur, eine gute digitale Infrastruktur und Orte, an denen Menschen sich begegnen können. Doch vielerorts verschwinden genau diese Angebote, weil ihre Finanzierung immer häufiger nach wirtschaftlichen Kriterien statt nach ihrem gesellschaftlichen Nutzen beurteilt wird. Das darf nicht dazu führen, dass der ländliche Raum schrittweise an Lebensqualität verliert.

Wir wollen, dass alle Menschen, unabhängig davon, ob sie in einer Stadt oder einem kleinen Dorf leben, Zugang zu einer guten öffentlichen Infrastruktur haben. Ehrenamtliches Engagement ist unverzichtbar, kann aber fehlende öffentliche Angebote nicht dauerhaft ersetzen. Deshalb wollen wir Vereine, Dorfgemeinschaften und öffentliche Begegnungsorte gezielt unterstützen.

 

Wir wollen:

  • Dorfläden und andere für alle erreichbare Versorgungsangebote unterstützen
  • Dorfgemeinschaftshäuser, Begegnungsstätten und öffentliche Treffpunkte erhalten und fördern
  • öffentliche Räume als Orte der Begegnung erhalten und ausbauen
  • Vereine und das Ehrenamt verlässlich unterstützen
  • den flächendeckenden Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen weiter vorantreiben
  • mobile Dienstleistungen wie Bürgerbusse, Bücherbusse oder Verwaltungssprechstunden insbesondere für kleinere Ortschaften fördern
  • Kultur-, Bildungs- und Freizeitangebote auch im ländlichen Raum stärken
  • die Lebensqualität in den Dörfern als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sichern

 

9. Schulen und Kitas modernisieren.

Gute Bildung und Betreuung sind ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Kinder und Familien dürfen nicht davon abhängig sein, in welchem Ort sie leben oder wie viel ihre Eltern verdienen. Gute Bildung muss überall im Landkreis zugänglich sein. Deshalb setzen wir uns für moderne Schulen, ausreichend Betreuungsangebote und gute Lernbedingungen im gesamten Landkreis ein. Kleine Schulstandorte sind wichtige soziale Mittelpunkte unserer Gemeinden und dürfen nicht allein nach wirtschaftlichen Kriterien bewertet werden, sondern nach ihrem gesellschaftlichen Nutzen. Lange Schulwege und fehlende Betreuungsangebote erschweren den Alltag von Familien. Gleichzeitig brauchen Kinder gute Räume zum Lernen und Beschäftigte in Schulen und Kitas bessere Arbeitsbedingungen.

 

Wir wollen:

  • kleine Schulstandorte erhalten und stärken
  • Ganztagsangebote bedarfsgerecht ausbauen
  • sichere Schulwege und eine gute Schülerbeförderung gewährleisten
  • ausreichend Kita-Plätze und verlässliche Betreuungsangebote unterstützen
  • bessere Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher fördern
  • Fachkräfte für Schulen und Kitas durch gute Arbeitsbedingungen gewinnen und langfristig halten
  • gesundes und bezahlbares Mittagessen an allen kommunalen Schulen sicherstellen
  • eine moderne Ausstattung und digitale Infrastruktur an allen Schulen in kommunaler Trägerschaft bis 2030 sicherstellen

 

10. Küstenschutz und Klimaanpassung jetzt endlich ernst nehmen.

Friesland lebt mit dem Wasser. Die Folgen des Klimawandels sind bereits heute spürbar: durch Starkregen, Hitzeperioden, zunehmende Belastungen für unsere Küsten und wachsende Anforderungen an unsere Infrastruktur. Klimaanpassung ist deshalb keine Zukunftsfrage, sondern eine konkrete Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge. Der Schutz vor Klimafolgen darf nicht davon abhängen, ob einzelne Menschen oder Gemeinden sich ausreichende Vorsorge leisten können. Wir wollen, dass der Landkreis gemeinsam mit Kommunen, Deichverbänden und dem Land Niedersachsen Verantwortung übernimmt und die notwendigen Anpassungen vorantreibt.

 

Wir wollen:

  • den Schutz vor Starkregen und Hitzeperioden verbessern
  • ein modernes und nachhaltiges Wassermanagement fördert
  • Klimaanpassung bei allen größeren Infrastruktur- und Bauprojekten berücksichtigen
  • Grünflächen und natürliche Überschwemmungsflächen erhalten
  • Moore und wertvolle Küstenlandschaften schützen
  • Kommunen bei der Entwicklung eigener Klimaanpassungsmaßnahmen unterstützen
  • den Küstenschutz gemeinsam mit Deichverbänden und Land Niedersachsen weiterentwickeln

 

11. Mehr Lebensqualität für Jugendliche.

Junge Menschen sind nicht nur die Zukunft Frieslands, sie leben heute hier. Sie brauchen Orte, an denen sie sich treffen, engagieren und ihre Freizeit gestalten können. Doch vielerorts fehlen Jugendtreffs, kulturelle Angebote und sichere Möglichkeiten, auch am Abend mobil zu sein.

Wer junge Menschen in Friesland halten will, muss ihnen mehr bieten als Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Sie brauchen bezahlbaren Wohnraum, gute Mobilität, Freizeitangebote und echte Möglichkeiten zur Mitbestimmung.

Wir wollen eine kommunale Politik, die Jugendliche ernst nimmt und ihnen Räume zur eigenen Gestaltung gibt. Offene Jugendarbeit, Vereine und kulturelle Angebote sind kein Luxus, sondern ein wichtiger Bestandteil einer lebendigen Gesellschaft.

 

Wir wollen:

  • Jugendtreffs und offene Jugendarbeit ausbauen und neue Angebote schaffen
  • Sport-, Kultur- und Freizeitangebote für Jugendliche stärken
  • sichere und bezahlbare Mobilität auch am Abend verbessern
  • Jugendverbände und ehrenamtliches Engagement unterstützen
  • Jugendliche stärker an politischen Entscheidungen beteiligen
  • dauerhafte Beteiligungsstrukturen für junge Menschen in den Kommunen schaffen

 

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