Leerstand bekämpfen – bezahlbaren Wohnraum schaffen!

Niedersachsen steht vor einer massiven Wohnungsnot: Bis 2045 werden rund 218.000 neue Wohnungen benötigt. Schon heute fehlen vor allem in Hannover, Oldenburg, Lüneburg und im Hamburger Umland bezahlbare Wohnungen, während im ländlichen Raum künftig bis zu 191.000 leerstehende Wohnungen drohen. Diese Schieflage ist das Ergebnis jahrelanger verfehlter Wohnungs- und Bodenpolitik. Wohnen ist ein Grundrecht – und darf nicht dem Markt überlassen werden.

Thorben Peters, Landesvorsitzender der Partei Die Linke Niedersachsen, erklärt:
„400 Millionen Euro Wohnungsbauförderung sind ein Tropfen auf den heißen Stein – wir brauchen mindestens eine Verdopplung, um den Bedarf an bezahlbaren Wohnungen überhaupt ansatzweise zu decken. Gleichzeitig darf Leerstand nicht einfach hingenommen werden: Wo Wohnungen leer stehen, müssen sie schnell und verbindlich sozial genutzt werden. Es darf nicht sein, dass Menschen keine Wohnung finden, während Häuser verfallen oder als Spekulationsobjekte leer bleiben.“

Trotz prognostiziertem Bevölkerungsrückgang um rund 300.000 Menschen bis 2045 wächst der Druck in den Städten und Wachstumsregionen weiter. Die Landesregierung erkennt zwar den „hohen Handlungsbedarf“, bleibt aber bei halbherzigen Maßnahmen. Ohne klare soziale Leitlinien droht, dass weiter für Rendite statt für Menschen gebaut wird.

Peters weiter:
„Wir brauchen eine konsequente Politik des bezahlbaren Wohnens. Boden darf nicht länger zur Ware werden. Das Land muss selbst in die Verantwortung gehen, eine starke öffentliche Wohnungsbaugesellschaft aufbauen und Kommunen stärken – statt sich auf private Investoren zu verlassen.“

Die Linke Niedersachsen fordert daher:

  • Verdopplung der Landesmittel für sozialen Wohnungsbau mindestens
  • Bekämpfung von Leerstand durch verpflichtende Nutzungskonzepte und soziale Umwandlungsprogramme
  • Mindestens 20.000 neue Sozialwohnungen pro Jahr in den Regionen mit hoher Nachfrage
  • Vergabe öffentlicher Grundstücke nur mit dauerhafter Sozialbindung
  • Rekommunalisierung von Wohnungsbeständen und Stärkung kommunaler Wohnungsgesellschaften
  • Mietobergrenzen und einen echten Mietenstopp in angespannten Wohnungsmärkten