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25. Oktober 2019 Joachim Augustin

Ans Messer geliefert...

Den Machthabern und Tyrannen dieser Welt ist seit ewigen Zeiten keine Lüge und kein Mittel zu schmutzig, um es gegen Andersdenkende und Andershandelnde zu missbrauchen. So wie es in der Türkei vom Diktator am Bosporus eingesetzt wird. Ein alter verknöcherter Unterdrücker setzt gerade mit Waffengewalt in Syrien seine politischen Erektionsstörungen gegen das kleine Volk der Kurden in die Tat um. Sein blutiges Werk soll das Volk der Kurden vernichten! Aus Sicherheitsgründen!

Bei dem Wort fallen den meisten unter uns schreckliche Bilder ein. Bilder eines VÖLKERMORDES! Der Völkermord an den Armeniern. Verübt zwischen 1915 und 1918.

Von den Hauptverantwortlichen Innenminister Talaat Pascha und Kriegsminister Enver Pascha, zentral und systematisch vorbereitet, wurde am 24. April 1915 die gesamte armenische Oberschicht aus Politikern, Künstlern, Journalisten und Unternehmern in Konstantinopel zusammengetrieben und anschließend ermordet. In den folgenden Monaten trieben türkische Polizisten, Gendarmen und Soldaten alle Armenier im Osmanischen Reich in Sammellagern zusammen und trieben sie danach auf Todesmärschen in die syrische Wüste. Auf diesen Todesmärschen verdursteten und verhungerten 1,5 Millionen der zwei Millionen türkischen Armenier. Grundlage für den Genozid war ein Dekret von Talaat Pascha. Als Angehöriger der 1909 an die Macht gekommenen sogenannten "Jungtürken" träumte er von einem türkischen Großreich, dem "Turan", die Vereinigung aller türkisch stämmigen Völker. In diesem Großreich sollten die Armenier keinen Platz mehr haben. Der Erlass forderte, die Armenier in der Türkei vollständig auszurotten. Sie wurden zum "inneren Feind" erklärt, so wie jetzt die Kurden. Nur heißen sie heute Terroristen! Das Ziel ist das Gleiche!

Das Deutsche Kaiserreich, dessen Verbündeter die Türkei war, ließ durch Reichskanzler von Bethmann Hollweg erklären: "Unser einziges Ziel ist es, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig, ob darüber Armenier zu Grunde gehen oder nicht!"

Das Kaiserreich hatte ja auch gerade den Völkermord an den Herero und Nama verübt. Da will man ja einem "guten Freund" nicht in den Rücken fallen! Und die restliche Welt, auch von Königen und Fürsten regiert und von Niccolo Machiavelli in seinem Huptwerk "Der Fürst" als "abartiges Gesindel" bezeichnet, hatte genug damit zu tun, den ersten Weltkrieg zu führen. Und da ist immer schon kein Platz für Menschlichkeit gewesen.

So hat man die Armenier den türkischen Mörderbanden ans Messer geliefert!

Und heute? Man sagt zwar, Geschichte wiederhole sich nicht. Aber das ist ein Aberglaube. Denn der Schlächter der Kurden hat gerade wieder mit einem neuen Vernichtungskreuzzug gegen die Menschen in Rojava begonnen. Dabei wollen diese Menschen nur in Frieden leben. Dazu braucht man ein Stück Land und Freiheit. Doch beides wird ihnen verwehrt. Wie den Palästinensern durch das Apartheitsregime in Israel.

Zum Begriff Freiheit sagt Jean-Jacques Rousseau: "Freiheit heißt nicht, dass ich tun und lassen kann, was ich will, sondern Freiheit heißt, dass ich nicht tun muss, was ich nicht will!" Freiheit bedeutet vor allem, dass man frei ist von staatlicher Unterdrückung. Heute erfreuen sich faschistische und autoritäre Regimes großer Zustimmung, weil man die Sorgen und Nöte des Volkes nur zum Teil mindern kann, aber zum Ausgleich immer einen Sündenbock - ein Bauernopfer - zur Hand hat. Dazu zählen Flüchtlinge, Mexikaner, Schwule, Farbige, Christen, Muslime usw. Vor allem aber Andersdenkende und Minderheiten. Unterdrückung, Menschenrechtsverletzungen, Folter, Mord und Vertreibung konnten so immer mit dem Argument des Kampfes gegen die vorher Erwähnten gerechtfertigt werden. Besonders gerne genommen wurde der Kampf gegen den Kommunismus. Erinnert ihr Euch noch? Freiheit statt Sozialismus? Heute passt eben der Terrorist besser, wenn es darum geht, einen Krieg zu beginnen! Wenn es aber darum geht, Geschäfte mit Diktatoren und faschistischen Regimes zu machen, scheren sich die Konservativen keinen Deut um Menschenrechte und Gerechtigkeit.

Und um einen Krieg, gegen wen auch immer, zu führen, benutzen die Menschenschinder und Kapitalisten dieser Welt zwei Argumente, mit denen sich ganze Völker gängeln lassen. Das ist zum Einen die Armut und zum Anderen die Angst. Und so haben sich zwei Brüder im Geiste gefunden: Erdogan und Trrump!

Nun kann man scih natürlich fragen, warum der wirre Verstand des politischen Geisterfahrers Trump seine Besatzungstruppen in Nord-Syrien angewiesen hat, sich in Sicherheit zu bringen und so den Gong für den Beginn des Vertreibungsfeldzuges geschlagen hat. Denn die Absurdität dieser Handlung ist nicht zu übersehen. Waren es doch die Kämpfer der YPG im Kampf gegen den IS, die die Befreiung der Jesiden erreicht und die Mordbrenner aus dem gesamten Norden vertrieben haben und nicht die Soldaten der USA, die sich so gerne als ruhmreiche, unerschrockene Kämpfer darstellen. Und das Versprechen, das befreite Gebiet, dessen Verwaltung die Kurden übernommen hatten, zu schützen, war nur eine leere Worthülse.

Die Flucht der US-Armee schuf einen "Freiraum", der nun von der türkischen Armee genutzt werden soll. Und auch vom zahnlosen Papiertiger EU wurden die Kurden verraten, denn der Erpresser Erdogan droht mit einer "Invasion" von Millionen von Flüchtlingen. Merkel und die Erfüllungsgehilfen der SPD entlarven sich wieder einmal als Schaumschläger. Nach dem Motto: Am A.... vorbei ist auch ein Weg!

Und so sterben wieder Menschen in Nordsyrien, die erkennen müssen, dass Versprechen und Zusagen, vor allem wenn sie aus den USA oder Europa kommen, kein Vertrauen verdienen. Nichts entlarvt das Geschwätz von der Überlegenheit der westlichen Demokratien im Bestreben die Werte Freiheit, Menschenrechte und Heimat durchzusetzen klarer, als der schändliche Verrat an den Kurden. Der höchste Wert der Kapitalisten ist immer an erster Stelle das wirtschaftliche Interessen an der Vermehrung des Profits!

Unsere Welt brennt an vielen, vielen Stellen. Und das blutige Schmierenstück "Quelle des Friedens", der Überfall auf die kurdischen Wohngebiete, ist an Perversität nicht zu toppen. Außenminister Maas, einer der willfährigen Erfüllungspolitiker, warnt, den Dialog mit Erdogan nicht abreißen zu lassen. Man sollte ihm vielleicht einmal ein Jiddisches Sprichwort vor Augen halten: "Diskutiere niemals mit einem Narren auf seinem Niveau, sonst beginnt man, sich anzugleichen."

Denn wer dem Verbrechen Nachsicht übt, wird sein Komplize! Unsere Solidarität gilt den Menschen in Rojava und ihrem Überlebenskampf, damit sie nicht die "Armenier" des 21. Jahrhunderts werden. Wirre Geister wie Trump und Erdogan gehören auf den Müllhaufen der Geschichte.

Wenn sie dann gehen, können ja sämtliche türkischen Fussballspieler salutieren.